Funktionierst du noch oder lebst du schon?
Viele von uns sind ständig am Machen und am Tun. Wir laufen wie Roboter durch den Alltag, haken Checklisten ab, erledigen Dinge, sortieren, organisieren. Und dabei geht oft etwas Wesentliches verloren: das Gefühl.
Gefühle haben dann „keine Zeit“, „keinen Platz“, „keinen Raum“.
Das hat jetzt nicht da zu sein. Dafür ist später Zeit. Oder irgendwann. Vielleicht.
Doch wann hast du dir das letzte Mal wirklich Raum und Zeit für deine Gefühle genommen?
Um dich zu spüren. Um festzustellen, wie es dir eigentlich geht – wirklich geht.
Der kleine Check-in mit dir selbst
Vielleicht ist es schon länger her. Vielleicht auch erst vor Kurzem.
Was ich dir heute mitgeben möchte: Es tut gut, regelmäßig einen kleinen Check-in mit dir selbst zu machen.
Ganz einfache Fragen:
Wie geht es mir gerade?
Wie fühle ich mich?
Was brauche ich?
Was wünsche ich mir?
Nicht nur den Alltag abhaken und weitermachen, sondern kurz innehalten und reinspüren:
Wie fühle ich mich gerade?
„Wie geht’s dir?“ – und was antwortest du wirklich?
Auf die Frage „Wie geht’s dir?“ antworten wir fast automatisch mit „Gut“.
Aber meinen wir das wirklich so?
Wie oft hören wir stattdessen ein ehrliches:
„Eigentlich geht es mir gerade nicht gut.“
„Heute war ein besonders schwieriger Tag.“
„Ich bin müde, überfordert oder traurig.“
Das passiert selten. Und genau deshalb ist es so wichtig, dir selbst diese ehrlichen Fragen zu stellen.
Vielleicht magst du dich auch fragen:
Was wünsche ich mir von dieser Woche?
Was brauche ich, um mehr Freude in mein Leben zu holen?
Was hilft mir, mich wieder mehr zu spüren?
Drei Minuten, die einen Unterschied machen
Diesen Check-in kannst du jederzeit machen, beim Zähneputzen in der Früh, beim Kaffee trinken, abends kurz vor dem Schlafengehen.
Am besten funktioniert er in einem ruhigen Moment – und noch besser, wenn du ihn mit einer Routine verbindest. Sonst geht er im Alltag schnell unter.
Du kannst dir die Fragen auf den Spiegel schreiben. Oder einfach nur einen Satz:
„Wie fühlst du dich?“
Meine eigene Erfahrung mit dem Roboter-Modus
Ich kenne diesen Roboter-Modus gut.
Ich habe funktioniert, bin gelaufen, habe gemacht und getan – aber ich habe mich nicht gespürt.
Ich wusste irgendwann nicht mehr: Wer bin ich eigentlich? Und was will ich von meinem Leben?
Vor vielen Jahren habe ich begonnen, mir ein Reflexionsbuch zuzulegen. Ein ganz simples Tagebuch. Und ich habe mir jeden Tag nur eine einzige Frage gestellt:
„Marie, wie fühlst du dich?“
Mehr nicht.
Und ich habe geantwortet. Jeden Tag.
Auch in sehr fordernden Zeiten – im Arbeitsleben, im Muttersein, in Phasen, die emotional herausfordernd waren – habe ich mich hingesetzt und mir meine Gefühle von der Seele geschrieben.
Das war unglaublich befreiend.
Und es hat mir Klarheit gebracht.
Gefühle brauchen Ausdruck
Wenn Gefühle einfach nur in uns herumwabern, nicht greifbar sind, dann können sie uns viel stärker belasten, als wenn wir ihnen Worte geben.
Oft fehlen uns genau diese Worte.
Viele von uns kennen „Wut“ und „Trauer“ – und dazwischen wird es schon dünn. Das liegt auch daran, dass viele von uns so aufgewachsen sind, dass über Gefühle nicht gesprochen wurde.
Dabei ist genau das wichtig.
Lerne, über deine Gefühle zu sprechen.
Aber bevor du darüber sprichst, lerne erst einmal, sie zu spüren. Und finde deine eigene Sprache dafür.
Eine Einladung an dich
Für diese Woche wünsche ich dir:
Spür dich.
Nimm deine Gefühle wahr.
Nimm dir Zeit für dich.
Mach einen kleinen Drei-Minuten-Check-in mit dir selbst.
Er kann mehr verändern, als du vielleicht glaubst.
Wenn du Unterstützung brauchst, dann vereinbare ein kostenloses 30 Min Erstgespräch mit mir.
