„Lach doch mal.“
Das hat mir einmal jemand beim Autofahren zugerufen. Ich stand bei einer Ampel, es war Sommer, und gegenüber hat jemand das Fenster runtergekurbelt und genau diesen Satz gesagt: „Lach doch mal.“
Und natürlich musste ich lachen. Auf Befehl lachen kann ich.
Im Rückblick fand ich diese Situation total spannend. Denn sie hat eine Frage aufgeworfen: Was bedeutet es eigentlich, Freude in unser Leben einzuladen?
Freude braucht auch die schwierigen Gefühle
Ich glaube, dass wir Fröhlichkeit und Freude in unser Leben einladen dürfen.
Aber aus meiner Sicht geht das nur, wenn wir auch die Tiefen und Herausforderungen des Lebens zulassen.
Stell dir dein Gefühlsleben wie eine Skala vor. In der Mitte ist eine Linie.
Wir können uns nur so viel freuen, wie wir auch:
wütend sein können
frustriert sein können
traurig sein können
trauern und weinen können
Diese sogenannten „negativen“ Gefühle gehören genauso zu unserem Leben.
Und wenn wir sie nicht zulassen, wenn wir sie wegschieben oder verdrängen, dann verschwindet nicht nur die Trauer oder die Wut – sondern irgendwann auch die Freude.
In einer Depression zum Beispiel ist es genau so:
Man kann sich weder freuen noch traurig sein. Es ist einfach nur noch emotionslos.
Warum wir schwierige Gefühle nicht verdrängen sollten
Wenn ich von Freude spreche, bedeutet das nicht, dass wir die Schattenseiten des Lebens ausblenden sollen.
Trauer.
Wut.
Frustration.
Ärger.
Zorn.
Diese intensiven Gefühle werden gesellschaftlich oft als „negativ“ bezeichnet. Aber sie gehören genauso zu unserem Leben.
Wenn wir sie durchleben und zulassen, statt sie wegzupacken oder zu verdrängen, dann entsteht wieder Raum für Freude.
Unsere emotionale Energie funktioniert wie die CPU eines Computers
Ich erkläre das gerne mit einem Bild aus der Computerwelt.
Vielleicht kennst du die CPU-Auslastung eines Computers. Sie zeigt an, wie stark der Rechner gerade beansprucht ist.
Wenn viele Programme gleichzeitig laufen, ist die Auslastung hoch. Dann bleiben kaum Ressourcen für neue Aufgaben.
Ich glaube, dass wir Menschen etwas Ähnliches haben:
eine emotionale Auslastungskapazität.
Wenn dich Themen aus der Vergangenheit beschäftigen oder aktuelle Situationen emotional belasten, dann verbrauchen sie Ressourcen.
Wenn 50 oder sogar 80 Prozent deiner Energie mit solchen Themen gebunden sind, dann bleibt automatisch weniger Raum für:
Freude
Leichtigkeit
Kreativität
Lebensenergie
Durchtauchen statt wegdrücken
Deshalb geht es aus meiner Sicht darum, sich diesen Themen zu widmen.
Zu fragen:
Woher kommt dieses Gefühl?
Was steckt dahinter?
Was möchte gesehen werden?
Ich verwende dabei gern das Bild vom Durchtauchen.
Ich bin selbst Taucherin und dieses Bild passt sehr gut:
Man taucht durch etwas hindurch.
Durch Gefühle.
Durch schwierige Phasen.
Durch Schmerz.
Ja, das klingt einfacher, als es manchmal ist.
Und glaub mir: Ich kenne diesen Prozess selbst sehr gut.
Aber genau dadurch entsteht wieder Raum für Freude.
Das Leben ist eine Achterbahn
Das Leben verläuft selten geradlinig.
Es ist eher wie eine Achterbahn:
rauf – runter – rauf – runter.
Und wenn du gerade im Tal bist, im sogenannten „Tal der Tränen“, dann darfst du dir eines bewusst machen:
Es geht auch wieder bergauf.
Diese Zuversicht möchte ich Menschen in meinen Coachings mitgeben.
Dass es möglich ist, wieder in Freude und Erfüllung zu kommen.
Dass schwierige Phasen Teil des Lebens sind.
Und dass beides zusammengehört.
Freude entsteht durch Integration – nicht durch Verdrängung
Für mich bedeutet Freude nicht, die Schattenseiten auszublenden.
Sondern sie zu integrieren.
Sie als Teil des Lebens und als Teil eines Transformationsprozesses zu sehen.
Denn genau dadurch entsteht wieder die Möglichkeit, dein Leben aktiv zu gestalten und Schritt für Schritt mehr Erfüllung zu finden.
Impuls für deine Woche
Das Leben hat Auf und Abs.
Erlaube dir, beides zu fühlen.
Und wenn du gerade in einer schwierigen Phase bist und das Gefühl hast, den Weg nach oben nicht zu sehen, dann hol dir Unterstützung.
Wenn du merkst, dass dich Themen emotional stark beschäftigen oder du dir mehr Klarheit und Freude in deinem Leben wünschst, dann melde dich gerne bei mir oder vereinbare ein kostenloses 30-minütige Erstgespräch.
FAQs
1. Warum gehören auch Trauer, Wut und Frustration zu einem erfüllten Leben?
Auch unangenehme Gefühle sind ein normaler Bestandteil des menschlichen Erlebens. Sie können wichtige Hinweise darauf geben, was uns beschäftigt, verletzt oder fehlt. Freude bedeutet deshalb nicht, ständig glücklich zu sein, sondern auch schwierige Gefühle wahrnehmen und mit ihnen umgehen zu können.
2. Was passiert, wenn wir unangenehme Gefühle verdrängen?
Das Unterdrücken von Gefühlen kann dazu führen, dass belastende Themen weiter im Hintergrund wirken. Dadurch kann emotionale Energie gebunden werden und es kann schwerer fallen, Leichtigkeit, Freude oder Kreativität zu erleben. Gefühle bewusst wahrzunehmen bedeutet allerdings nicht, dass man jedes Gefühl sofort vollständig lösen muss.
3. Wie kann ich lernen, schwierige Gefühle zuzulassen?
Ein erster Schritt kann sein, innezuhalten und das eigene Gefühl bewusst wahrzunehmen: Was fühle ich gerade? Was könnte dahinterliegen? Was beschäftigt mich? Gespräche mit vertrauten Menschen, Schreiben, Bewegung oder professionelle Begleitung können dabei helfen, Gefühle besser zu verstehen und zu verarbeiten.
4. Wie kann ich nach einer schwierigen Lebensphase wieder mehr Freude empfinden?
Gib dir zunächst die Erlaubnis, dass eine schwierige Phase da sein darf. Gleichzeitig kannst du Schritt für Schritt wieder Dinge in dein Leben holen, die dir guttun und Energie geben. Freude muss dabei nicht sofort groß sein – auch kleine Momente von Leichtigkeit, Verbindung oder Interesse können ein Anfang sein.
5. Was kann ich tun, wenn mich belastende Gefühle über längere Zeit begleiten?
Wenn Gefühle oder belastende Gedanken über längere Zeit sehr stark sind und deinen Alltag beeinträchtigen, kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein. Ein Gespräch mit einer geeigneten Fachperson kann dabei helfen, die Situation einzuordnen und herauszufinden, welche Unterstützung für dich passend ist.
