Klingt arg, diese Beschreibung, oder?
Und diese Aussage.
Ich möchte heute mit dir ein persönliches Beispiel teilen, wo es mir genau so ergangen ist.
„Klar kann ich das!“
Vor Jahren wurde ich gefragt, ob ich spontan einen Kurs zum Thema Bilanzierung und Buchhaltung übernehmen möchte.
Und ich habe gesagt:
„Klar. Als ehemalige Finanzleiterin kann ich das aus dem FF. Ich habe das gelernt. Ich habe jahrelang in dem Bereich gearbeitet. Ich bin in die HAK gegangen, ich habe BWL studiert. Das mache ich locker.“
Also habe ich den Kurs übernommen. Zwei Tage Training.
Und dann ist etwas Interessantes passiert
Am ersten Tag, am Nachmittag, hat meine Stimme versagt.
Ich konnte fast nicht mehr sprechen.
Ich dachte wirklich: Ich spinne.
Ich habe versucht, mich mit Medikamenten, Tee und allem Möglichen über Wasser zu halten. Am zweiten Tag war es noch extremer. Ich hatte fast keine Stimme mehr.
Die rationale Erklärung
Natürlich bin ich sofort zum Arzt.
Ich war bei einer Logopädin, habe Sprechtraining bekommen.
Die Erklärung war klar:
„Zwei Tage durchgehend sprechen ist eine enorme Belastung für die Stimme. Technisch gesehen ist das für die Stimmbänder ein Wahnsinn.“
Und ja – rein technisch stimmt das.
Aber:
Ich habe davor schon zweitägige Trainings gegeben. Nicht oft, aber immer wieder. Und da ist meine Stimme nie ausgefallen.
Warum also genau bei diesem Thema?
Der Körper weiß mehr
Der Körper trägt unglaublich viel Wissen in sich. Oft weiß er Dinge, die wir uns selbst nicht eingestehen wollen. Themen, die uns nahegehen. Dinge, die wir wegdrängen oder trotzdem machen wollen.
Und dann bringt uns der Körper zurück ins Spüren.
Die unbequeme Wahrheit
Bei mir war es klar:
Mein Körper hat signalisiert:
„Marie, auf Bilanzierung und Buchhaltung hast du überhaupt keinen Bock mehr. Warum machst du das noch?“
Und er hatte recht.
Aber ich wollte es nicht wahrhaben.
Ich wollte die zwei Tage gut machen.
Ich wollte gutes Feedback bekommen.
Ich wollte zuverlässig sein.
Ich wollte zeigen: Ich erfülle meinen Auftrag zu 100 Prozent.
Vom Kopf her war alles logisch.
Aber mein Herz war nicht im Kurs.
Ich habe mich unwohl gefühlt.
Ich habe gespürt: Da passe ich nicht mehr hin.
Das war ich einmal. Aber das bin ich nicht mehr.
Das Eingeständnis
Dieses Eingestehen hat gedauert.
Aber nach diesen zwei Tagen war es klar:
Ich mache nie wieder einen Kurs zu Bilanzierung und Buchhaltung.
Zu anderen Themen? Sehr gerne.
Trainings geben liebe ich.
Aber nicht mehr das.
Und zu dieser Klarheit bin ich nur gekommen, weil mein Körper mir geholfen hat.
Dein Körper als Verbündeter
Mein Körper ist mein Freund.
Meine Freundin.
Meine „Körperin“, wenn man so will.
Und deshalb meine Frage an dich:
Wenn du diese Woche stärker in dich hineinspürst –
was sagt dir dein Körper?
Welche Zeichen sendet er dir?
Wo reagiert er vielleicht schon längst?
Sei neugierig.
Hör hin.
Ein kleiner, augenzwinkernder Tipp
Was ich mittlerweile manchmal mache:
Ich gebe bei ChatGPT ein: „Psychosomatik“ und beschreibe meine Beschwerden. Ich lasse mir zusammenfassen, was sie psychosomatisch bedeuten könnten.
Und ich bin immer wieder überrascht, wie treffend das ist.
Wie klar mein Körper eigentlich mit mir spricht.
Thanks God it’s Monday! In diesem Sinne wünsche ich dir eine wundervolle Woche.
FAQs
1. Kann der Körper auf Situationen reagieren, die uns emotional belasten?
Ja, Körper und Psyche stehen in enger Verbindung. Stress, Anspannung und emotionale Belastungen können sich unter anderem auf unser körperliches Wohlbefinden auswirken. Gleichzeitig sollten körperliche Beschwerden immer auch medizinisch abgeklärt werden.
2. Was kann ich aus körperlichen Signalen über mich lernen?
Körperliche Signale können ein Anlass sein, genauer hinzuschauen: Was beschäftigt mich gerade? Wo fühle ich mich unwohl? Gibt es eine Situation, die mir nicht guttut? Dabei geht es nicht darum, jedem Symptom eine bestimmte Bedeutung zuzuschreiben, sondern neugierig auf die eigenen Bedürfnisse zu werden.
3. Wie erkenne ich, dass eine berufliche Tätigkeit nicht mehr zu mir passt?
Manchmal zeigt sich Unzufriedenheit durch fehlende Motivation, innere Anspannung oder das Gefühl, nicht mehr am richtigen Platz zu sein. Hilfreich kann es sein, bewusst wahrzunehmen, bei welchen Aufgaben du aufblühst und welche Tätigkeiten dir Energie rauben.
4. Warum fällt es uns manchmal schwer, uns einzugestehen, dass wir etwas nicht mehr wollen?
Oft spielen Erwartungen, Verantwortungsgefühl oder der Wunsch, zuverlässig zu sein, eine Rolle. Wir wissen vielleicht schon, dass etwas nicht mehr zu uns passt, möchten aber trotzdem funktionieren und einen Auftrag oder eine Aufgabe gut erfüllen. Sich diese Veränderung einzugestehen, kann deshalb Zeit brauchen.
5. Wie kann ich lernen, stärker auf meinen Körper zu hören?
Du kannst damit beginnen, im Alltag regelmäßig innezuhalten und dich zu fragen: Wie fühle ich mich gerade? Wo bin ich angespannt? Was gibt mir Energie und was kostet mich Energie? Diese bewusste Selbstbeobachtung kann dir helfen, deine eigenen Bedürfnisse und Grenzen besser wahrzunehmen.
